Lage und Gegebenheiten

Kornberg (Kallweitschen) gehörte zum Kreis Goldap und lag im nordöstlichen Teil des Kreises. Der Ort grenzte im Norden am Kreis Ebenrode, im Osten an Litauen mit einem Grenzübergang und war Teil des Kirchspiels Wehrkirchen. Kornberg hatte 1939 eine Gemeindefläche von 687 ha und lag zwischen dem Wystiter See und der Rominter Heide in einer sehr vielfältigen und faszinierenden Landschaft.

Der Wystiter See (das Ostufer bildete die Grenze zu Litauen) hat bei einer maximalen Tiefe von 47 m eine Länge von 9 km und eine größte Breite von 5 km. Es gibt sehr schöne Badestellen mit festem Grund und flach auslaufendem Wasser.


Im Wystiter See - im Hintergrund Wystiten/Litauen

Er wird von der Pissa durchflossen, die ihn an der Nordspitze verläßt. Zum artenreichen Fischbestand ist die kleine Maräne besonders zu erwähnen.

Die Rominter Heide ist ein Naturparadies von besonderer Schönheit. Es handelt sich um ein ausgedehntes Waldgebiet mit einer Gesamtfläche von rund 25000 Hektar. Durch menschlichen Eingriff war der ehemalige Mischwald (vorwiegend Eichen) in einen fast reinen Nadelwald (meist Kiefern) verwandelt worden. Die Rominter Heide hatte einen sehr artenreichen Wildbestand. Dem hochkapitalen Rominter Hirsch wurde Weltruf nachgesagt.

Kornberg hatte seit etwa 1848 eine einklassige Volksschule - mit zuletzt durchschnittlich 40 Schülern.

In Kornberg war ein Gendarm stationiert. Am Grenzübergang nach Litauen in Klein-Kornberg hatten Grenzpolizei und Zoll ihr Domizil. Nach Beginn des Rußlandfeldzuges waren die Stellen nur kommissarisch besetzt.

Das Hauptpostamt befand sich in Wehrkirchen, die für mehrere Ortschaften zuständige Postnebenstelle in Kaltensee. 4 Landbriefträgern oblag die Postzustellung. Ein Arzt (Dr. Pöppler) war in Wehrkirchen ansässig. Dort gab es auch ein Krankenhaus. Die Bewohner im Abbau waren - wie auch in anderen Versorgungsangelegenheiten - mehr in Richtung Birkenmühle orientiert.

In Kornberg und in Klein-Kornberg gab es je ein Gasthaus mit angeschlossenem Kolonialwarenladen. Eine weitere Einkaufsmöglichkeit gab es in Baibeln bei Birnbacher in einem kleinen Laden. Sie wurde meist von den im Abbau wohnenden Familien genutzt. Im übrigen war die Versorgung des landwirtschaftlich geprägten Ortes mit Grundnahrungsmitteln weitgehend autark.

Das Gut Baibeln unterhielt eine vom Wasser der Pissa, das hier zu einem reizvollen Teich aufgestaut war, angetriebene Getreidemühle.

Die Wasserversorgung erfolgte über Brunnen oder über Handpumpen. Kornberg war nicht an das elektrische Stromnetz angeschlossen. Als Lichtquellen fanden vor allem Petroleumlampen und in den Ställen entsprechende Laternen Verwendung.

Diese Gegebenheiten mit all ihren Auswirkungen sollte man sich in Anbetracht des jetzigen Standards vergegenwärtigen.


zurück


(c) E.Beyer, 2002-2008